Warum ich mich trotz aller Bedenken für die USA entschieden habe
Bevor ich mein Au Pair Jahr angetreten habe, haben mich so einige gefragt, ob ich mir wirklich sicher bin, dass ich wegen der politischen Lage gerade jetzt in die USA möchte. Ehrlich gesagt war ich mir sicher, und heute, ein paar Monate später, bin ich glücklicher denn je, dass ich diese Entscheidung getroffen habe. Weil das Thema so viele von euch beschäftigt, wollte ich euch einen ehrlichen Einblick in meine Perspektive geben.
Die USA waren für mich schon immer ein Traum, so lange ich zurückdenken kann. Klar hatte ich auch andere Länder auf dem Zettel, aber Australien war mir mit den ganzen tropischen Tieren ehrlich gesagt zu wild, und ein Land in Europa hat sich für mich einfach zu wenig nach einem echten neuen Kapitel angefühlt, zu nah an Zuhause. Ich wollte raus aus meiner Comfort Zone, etwas komplett Neues erleben und eine andere Kultur wirklich kennenlernen, statt sie nur aus der Ferne zu betrachten. Für mich gab es da nie eine wirkliche Alternative zu Amerika.
Vorbereitungen auf das Abenteuer
Was die politische Situation angeht, habe ich die Nachrichten natürlich verfolgt, bevor ich geflogen bin. Aber anstatt mich nur von Schlagzeilen verunsichern zu lassen, habe ich mir schon vor dem Matching aktiv Rat geholt.
Über WhatsApp Gruppen bin ich mit anderen Au Pairs in Kontakt gekommen, die entweder schon in den USA waren oder gerade dort sind, und habe sie ganz direkt gefragt, wie sich die Lage im echten Alltag überhaupt bemerkbar macht.
Auch beim Matchen selbst habe ich genau hingeschaut, wie es bei den jeweiligen Gastfamilien aussieht, wie sie zur Situation stehen und wie das Leben bei ihnen vor Ort tatsächlich abläuft. Dieser Austausch hat mir enorm geholfen, mir ein realistisches Bild zu machen, statt mich nur auf das zu verlassen, was online kursiert.
Konkret habe ich meine Gastfamilie zum Beispiel gefragt, ob man von der politischen Lage im ganz normalen Alltag überhaupt etwas mitbekommt oder ob das meiste eher medial aufgebauscht wird. Außerdem wollte ich wissen, ob es Orte oder Situationen gibt, die sie mir als Au Pair eher empfehlen würden zu meiden. Und ich habe ganz offen gefragt, wie sie selbst zur aktuellen Situation stehen, weil mir wichtig war, in ein Umfeld zu kommen, in dem ich mich auch mit meinen eigenen Ansichten wohlfühle. Diese ehrlichen Antworten haben mir schon vor meiner Ankunft ein sehr gutes Gefühl gegeben.
Auch meine Eltern hatten ihre Sorgen, was total nachvollziehbar ist, wenn das eigene Kind für ein ganzes Jahr auf einen anderen Kontinent geht. Ich selbst war die ganze Zeit über optimistisch und habe versucht, ihnen diese Zuversicht auch weiterzugeben. Am Ende haben sie mich gehen lassen, weil sie mir, meiner Einschätzung und meiner Entscheidung vertraut haben. Genau dieses Vertrauen hat mir selbst nochmal zusätzliche Sicherheit gegeben, bevor es losging, und im Rückblick war es genau die richtige Entscheidung.
Visumstermin, Einreise und der Alltag vor Ort
Auch organisatorisch lief für mich alles überraschend unkompliziert. Meinen Visumstermin hatte ich im Januar in Berlin, und ehrlich gesagt war das super easy. Alles ging super schnell, und schon zwei Tage später hatte ich das Visum bei mir zuhause im Briefkasten. Auch die Einreise selbst verlief ganz entspannt. Klar war ich aufgeregt, aber ich hatte alle Dokumente ordentlich zusammen, mir wurden ein, zwei Fragen gestellt, und dann war ich auch schon im Land. Von den ganzen Horrorgeschichten, die man manchmal hört, habe ich persönlich nichts erlebt.
Wie sieht mein Alltag jetzt tatsächlich aus? Ich hatte vor zwei Wochen ein Rematch, bin dabei aber im selben Ort geblieben, und ich liebe es hier nach wie vor. Meine Gastfamilie ist wirklich großartig, ich fühle mich rundum wohl und gut aufgehoben. Von der politischen Situation, vor der ich vorher durchaus Respekt hatte, merke ich im normalen Alltag ehrlich gesagt so gut wie gar nichts. Mein Leben hier besteht aus den Kindern, aus meiner Gastfamilie, aus neuen Freundschaften mit anderen Au Pairs und aus ganz vielen kleinen und großen Abenteuern, die ich so in Deutschland nie erlebt hätte. Genau dafür bin ich hergekommen, und genau das bekomme ich jeden Tag geschenkt.
Lasst euch nicht nur von Schlagzeilen und dem, was man online liest, leiten. Sucht stattdessen den echten Austausch, zum Beispiel mit Au Pairs, die schon vor Ort sind oder waren, und fragt eure zukünftige Gastfamilie schon vor dem Matchen ganz konkret, wie sich die Situation bei ihnen tatsächlich anfühlt.
Mein Tipp für euch
Wenn ich jemandem, der noch unsicher ist, einen Rat mitgeben könnte, dann diesen: Lasst euch nicht nur von Schlagzeilen und dem, was man online liest, leiten. Sucht stattdessen den echten Austausch, zum Beispiel mit Au Pairs, die schon vor Ort sind oder waren, und fragt eure zukünftige Gastfamilie schon vor dem Matchen ganz konkret, wie sich die Situation bei ihnen tatsächlich anfühlt.
Die Realität ist oft ganz anders, meistens deutlich entspannter und normaler, als man das von zuhause aus vermuten würde. Und wenn ihr, wie meine Eltern es getan haben, am Ende trotz aller Bedenken Vertrauen fasst, dann könnt ihr eine der prägendsten und schönsten Erfahrungen eures Lebens machen.
Ich bin unglaublich dankbar für dieses Jahr, für die Menschen, die ich getroffen habe, und für alles, was ich über mich selbst gelernt habe. Wenn ich noch einmal vor der Entscheidung stünde, würde ich sie jederzeit wieder so treffen. Traut euch, euren eigenen Weg zu gehen, auch wenn er anderen gerade nicht der einfachste erscheint. Es lohnt sich.
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