Au pair in Germany
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Mit einem Au pair profitieren Sie von flexibler Kinderbetreuung und Ihre Kinder von einem Spielpartner, der ihnen eine neue Sprache eröffnet

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Auszeichnung als "Au-pair des Jahres"

Wir gratulieren: Ayusa Au pair Regina aus Mexiko wurde vom Bundesverband Au-pair Society e.V. als "Au-pair des Jahres" 2018 ausgezeichnet.

 
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Familie Mayer aus München

Familie Mayer schreibt über ihre Erfahrungen mit ihrem Au pair Becci aus England.

Wir sind nicht gerade die klassische Au-pair-Familie, sondern eher eine Au-pair-Patchwork-Familie. Unsere Tochter wurde während der Ausbildung ungeplant Mutter. Natürlich sollte sie die Ausbildung beenden, und so hielten wir es für das Beste uns nach einem Au-pair-Mädchen umzusehen. Die „Gastmutter“ war kaum älter als das Mädchen, das wir suchten, und wir als die Großeltern stellten im Grunde die eigentliche Gastfamilie dar.

Wir brauchten ein ziemlich flexibles Au-pair-Mädchen, da unsere Tochter während der praktischen Ausbildung bei ihrem Freund in Bayrischzell wohnte, jedoch während der Schulblöcke bei uns in München, da der Schulweg andernfalls zu weit gewesen wäre. Und dann musste das Au-pair auch noch in der Lage sein, ein acht Monate altes Baby zu versorgen.

Zunächst versuchten wir es mit allerlei Internet-Vermittlungsforen. Die waren zwar kostenlos oder kosteten nur ein paar Euro, aber dafür waren sie auch eine Garantie für Schiffbruch. Die Mädchen zeigten sich interessiert, taten dies aber offenbar bei zahlreichen Familien gleichzeitig, sagten zu und munter wieder ab. Schon bald war uns klar, dass es ohne eine seriöse Vermittlungsagentur nicht funktionieren würde. So stießen wir beim Surfen auf AYUSA. Die relativ hohe Vermittlungsgebühr empfanden wir nach unseren vorausgegangenen Erfahrungen eher als Beruhigung. Nach wenigen
E-Mails hin und her hatten wir das Gefühl, an der richtigen Stelle gelandet zu sein. Um es vorweg zu nehmen – der Eindruck hat sich bis zum Ende des Au-pair-Jahres erhalten.

Lesson learned: Nur über eine seriöse Agentur auf Au-pair-Suche gehen.

Gleich darauf kamen wir in den Genuss eines der größten Vorteile von AYUSA. Sie bringen die künftigen Gasteltern mit genau einer Au-pair-Bewerberin in Kontakt und geben beiden Seiten Zeit sich kennenzulernen. Schöne Unterlagen sind schon in Ordnung, aber hier geht es um weit mehr. Ein ganzes Jahr lang muss man zusammenleben, zusammenpassen und vor allen Dingen – sich mögen. Ob es funkt oder nicht, kann aus Dokumenten nicht hervorgehen. Man muss miteinander reden, und zum Glück gibt es heutzutage auch noch Skype. Die erste Bewerberin, deren Unterlagen wir ausgesucht hatten, konnte sich mit unseren Bedingungen nicht anfreunden. Das war schade, aber viel besser, es wird gleich geklärt, bevor man später böse Überraschungen erlebt. Dass es nicht klappte, war im Nachhinein dann auch Schicksal, denn das Mädchen, das uns als nächstes vorgestellt wurde, entpuppte sich als absoluter Glückstreffer. Becci war zwar erst knapp 19 Jahre alt, jedoch schon sehr selbstständig. Ihre Eltern lebten getrennt, so dass sie aus keiner zu perfekten Familien­situation kam. Da wir nicht wussten, ob die Beziehung zwischen unserer Tochter und ihrem Freund Bestand haben würde, empfanden wir Beccis Hintergrund als eher günstig.

Lesson learned: Sich Zeit nehmen zum Kennenlernen. Mit offenen Karten spielen. Nichts beschönigen und nichts versprechen, was man später nicht halten kann. Eine völlig perfekte Familie gibt es nicht. Das wissen auch die Au-pairs. Aber wenn man sich mag, sieht man über die Dinge hinweg, die nicht perfekt laufen, so wie es bei Familien, die zusammenhalten, auch sein sollte.

Wir wurden uns mit Becci nach etwa 2 Wochen einig. Schon wenig später holten wir sie in München vom Flughafen ab. Zum Kennenlernen hatten wir ein paar Tage Urlaub, um dem neuen Familien­mitglied die Gegend bei einigen Ausflügen zu zeigen. Die ersten paar Tage waren hart für das Mädchen. Fremdes Land, fremde Leute und die Eltern nur noch auf Skype. So etwas braucht ein wenig Zeit. Aber schon sehr schnell taute Becci auf, nicht zuletzt deshalb, weil unsere Tochter mit ihr zum Shoppen und zum Oktoberfest zog. Die beiden waren auf Augenhöhe, und das passte sehr gut.

Lesson learned: Dem Au-pair Zeit lassen zum Eingewöhnen und wissen, dass Heimweh fast zwingend ist. Man kann dabei nicht viel helfen, aber man muss es akzeptieren. Es geht vorbei.

Becci hatte kein Problem mit ihren beiden Zimmern in Bayrischzell und in München. Und das Baby versorgte sie trotz ihres jugendlichen Alters ganz hervorragend. Dass sie aus England kam, entpuppte sich als ganz großer Vorteil. Sie konnte Weihnachten und Ostern nach Hause und bekam allerlei Besuch, zweimal von der Mutter, zweimal von Vater und Bruder und einmal von der Freundin. Es waren ja nur zwei Flugstunden ab London. Becci versicherte uns glaubhaft, dass es ihr überhaupt nichts ausmachte von England wieder nach Deutschland zu fliegen. Das Heimweh war verflogen. Sie ist zum Familienmitglied geworden, so wie sie es auch von Anfang an als Wunsch geäußert hatte. Unsere Tochter hat ihre Ausbildung mit Erfolg beendet und lebt mit ihrem Freund nicht mehr zusammen. Becci war dabei als Gesprächspartnerin Gold wert.

Lesson learned: Es ist wichtig, dass man das, was sich das Au-pair wünscht, erfüllen kann. Die einen möchten ein Mitglied der Familie werden, andere möchten vielleicht gerade das nicht.

Der Fragebogen stellt die Frage nach schönsten Momenten und Höhepunkten. Darauf können wir nicht konkret antworten. Es gab sehr viele schöne Momente, und wir möchten Becci nie mehr missen. Das Au-pair-Jahr geht zu Ende – viel zu schnell – und wir fliegen gemeinsam nach England, um nun auch die Gegend zu besuchen, aus der Becci stammt. Außerdem haben wir uns bei den Besuchen mit ihrer Familie angefreundet. Becci wird ihr Studium beginnen, will aber in den Ferien wiederkommen. Wir hoffen auf eine Freundschaft, die nicht endet.

Becci war nicht das erste Au-pair in unserem Haus. Vor 17 Jahren war eine junge Frau aus den USA Au-pair bei unseren Kindern. Wir haben uns gut verstanden, aber irgendwann den Kontakt verloren. Die USA sind weit entfernt. Damals gab’s noch kein Skype, und Telefonieren war von Deutschland in die USA aberwitzig teuer. Der Kontakt war auch nicht so eng, wie er zu Becci mittlerweile geworden ist. Aber auch dieses Au-pair-Jahr war absolut in Ordnung.

Die Sprache spielte damals für uns eine Rolle, da unsere Kinder ja Englisch in der Schule lernen mussten. Außerdem ist die einzige Fremdsprache, die wir selbst einigermaßen sprechen können, Englisch. Im Falle von Becci war es so, dass sie bereits in Deutsch verständigen konnte und ihr Deutsch perfektionieren wollte, was ihr in vollem Umfang gelungen ist. Da sie ein Baby betreut hat, spielte die Sprache für das Kind keine Rolle.

Lesson learned: Es ist wichtig darüber zu reden, welche Sprache das Au-pair mit den Kindern sprechen soll und welche Erwartungen sie selbst an das Erlernen der deutschen Sprache mitbringt. Es gibt Au-pairs, die Deutsch lernen wollen, während es für andere nicht sehr wichtig ist. – Ob aus dem Zusammenleben eine langfristige Freundschaft entsteht oder nicht, lernt man natürlich erst im Laufe der Zeit. Zwingend notwendig für ein gemeinsames Jahr, mit dem alle zufrieden sind, ist es nicht. Aber für diejenigen, die es sich wünschen, ist es wunderschön.