Au pair Regeln in deiner Gastfamilie
Als Au pair wirst du Teil einer Gastfamilie und erlebst den Familienalltag in einem anderen Land hautnah mit. Du betreust die Kinder, übernimmst Verantwortung und verbringst auch außerhalb deiner Arbeitszeiten viel Zeit mit deiner Gastfamilie. Damit das Zusammenleben gut funktioniert, braucht es vor allem eines: klare Absprachen.
Ob Arbeitszeiten, Kinderbetreuung oder die Nutzung des Familienautos – jede Gastfamilie hat ihre eigenen Vorstellungen und Regeln. Je früher ihr darüber sprecht, desto leichter könnt ihr Missverständnisse vermeiden. Wir zeigen dir, welche Regeln in der Gastfamilie wichtig sind, wann du sie ansprechen solltest und wie du mit unterschiedlichen Erwartungen umgehst.
Warum sind Regeln in der Gastfamilie wichtig?
Jede Familie hat ihre eigenen Routinen, Gewohnheiten und Vorstellungen vom Zusammenleben. Das ist bei deiner Gastfamilie nicht anders. Manche Familien organisieren ihren Alltag sehr strukturiert, andere sind eher spontan. Auch kulturelle Unterschiede können eine Rolle spielen, beispielsweise bei der Kindererziehung oder beim Umgang mit Privatsphäre.
Klare Regeln helfen dir dabei, dich in diesem neuen Alltag zurechtzufinden. Du weißt, was von dir erwartet wird, welche Aufgaben du übernimmst und wo deine eigenen Freiräume liegen.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Vorschriften aufzustellen. Im Gegenteil: Je klarer eure Absprachen sind, desto weniger müsst ihr im Alltag darüber diskutieren.
Außerdem gelten Regeln nicht nur für dich. Auch deine Gastfamilie muss sich an die vereinbarten Rahmenbedingungen deines Au pair Programms halten, etwa in Bezug auf deine Aufgaben, Arbeitszeiten und Freizeit.
Welche Regeln solltest du mit deiner Gastfamilie besprechen?
Schon während des Matchingprozesses solltest du herausfinden, wie deine potenzielle Gastfamilie ihren Alltag gestaltet. Schließlich entscheidet nicht nur die persönliche Sympathie darüber, ob ihr gut zusammenpasst.
Diese Fragen helfen dir dabei, wichtige Erwartungen frühzeitig zu klären:
- Aufgaben: Welche Tätigkeiten gehören zu deiner Kinderbetreuung? Welche Aufgaben übernehmen die Gasteltern?
- Arbeitszeiten: Wie sieht ein typischer Wochenplan aus? Gibt es regelmäßige freie Tage und wie flexibel sind die Einsatzzeiten?
- Auto und Mobilität: Steht dir ein Auto zur Verfügung? Darfst du es auch in deiner Freizeit nutzen und welche Regeln gelten dafür?
- Hausregeln: Gibt es bestimmte Absprachen zu Besuch, Übernachtungsgästen oder Ruhezeiten? Erwartet die Familie beispielsweise, dass du an Arbeitstagen zu einer bestimmten Uhrzeit zu Hause bist?
- Freizeit und Urlaub: Wie werden freie Tage, Feiertage und Urlaubszeiten geplant? Was gilt, wenn deine Gastfamilie verreist?
- Kindererziehung: Welche Regeln gelten für die Gastkinder, beispielsweise bei Bildschirmzeiten, Hausaufgaben oder Schlafenszeiten?
Du musst diese Fragen nicht alle im ersten Matchinggespräch stellen. Nutze die Gespräche vielmehr, um deine Gastfamilie kennenzulernen und herauszufinden, welche Vorstellungen ihr teilt.
Unser Tipp: Überlege dir vor dem Matching, welche Rahmenbedingungen dir besonders wichtig sind. Wenn du beispielsweise in deiner Freizeit viel unternehmen möchtest, solltest du frühzeitig über Mobilität und mögliche Einschränkungen sprechen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Regeln anzusprechen?
Am besten beginnt ihr schon während des Matchings damit. So kannst du besser einschätzen, ob die Vorstellungen deiner Gastfamilie zu deinen eigenen passen.
Du musst dabei nicht jedes Detail im Voraus klären. Manche Absprachen ergeben sich erst, wenn ihr gemeinsam euren Alltag gestaltet.
Nach deiner Ankunft ist es sinnvoll, die wichtigsten Themen noch einmal in Ruhe durchzugehen. Lasst euch beispielsweise den Wochenplan erklären, besprecht die Routinen der Kinder und klärt, an wen du dich bei Fragen wenden kannst.
Auch danach lohnt es sich, regelmäßig miteinander zu sprechen. Gerade in den ersten Wochen können kurze Gespräche helfen, Abläufe anzupassen und mögliche Unklarheiten aus dem Weg zu räumen.
Was tun, wenn du mit einer Regel nicht einverstanden bist?
Nicht jede Regel wird dir sofort sinnvoll erscheinen. Vielleicht kennst du bestimmte Abläufe von zu Hause anders oder hattest dir deinen Alltag als Au pair etwas anders vorgestellt.
Wichtig ist, zunächst zu verstehen, warum deine Gastfamilie eine bestimmte Regel aufgestellt hat. Oft stecken praktische Gründe oder Erfahrungen aus dem Familienalltag dahinter.
Wenn dich etwas stört, sprich es möglichst konkret und in einem ruhigen Moment an. Erkläre deine Perspektive und überlegt gemeinsam, ob es eine Lösung gibt, mit der sich beide Seiten wohlfühlen.
Ein Beispiel: Deine Gastfamilie möchte, dass du das Auto ausschließlich für die Kinderbetreuung nutzt. Du hattest allerdings gehofft, damit auch Freund besuchen zu können. Statt dich einfach darüber zu ärgern, könnt ihr besprechen, ob eine gelegentliche private Nutzung möglich ist oder welche anderen Transportmöglichkeiten es gibt.
Wichtig: Nicht jede Regel ist automatisch zulässig. Die offiziellen Programmvorgaben, beispielsweise zu Arbeitszeiten, Freizeit und zulässigen Aufgaben, gelten unabhängig von den persönlichen Hausregeln deiner Gastfamilie. Wenn du das Gefühl hast, dass eine Absprache dagegen verstößt, solltest du das nicht einfach hinnehmen.
Was hilft bei Missverständnissen und Konflikten?
Selbst wenn ihr vor deiner Ausreise vieles besprochen habt, können im Alltag neue Fragen entstehen. Vielleicht ändern sich die Routinen der Kinder oder du stellst fest, dass eine Vereinbarung unterschiedlich verstanden wurde.
Warte bei solchen Situationen nicht darauf, dass sich das Problem von selbst löst. Sprich möglichst früh an, was dir aufgefallen ist, und beschreibe konkret, was du dir anders wünschen würdest.
Manchmal reicht schon ein kurzes Gespräch. Bei wiederkehrenden Problemen kann es helfen, Vereinbarungen gemeinsam festzuhalten, damit beide Seiten dieselben Erwartungen haben.
Solltest du mit deiner Gastfamilie keine Lösung finden, musst du den Konflikt nicht allein klären. Im Au pair Programm von AuPairCare hast du Ansprechpersonen, die dich bei Schwierigkeiten unterstützen können. In den USA gehört dazu insbesondere deine lokale Betreuungsperson vor Ort.
Klare Absprachen machen dein Au pair Jahr entspannter
Regeln in der Gastfamilie sind kein Zeichen dafür, dass dir weniger Freiheit bleibt. Sie schaffen vielmehr einen verlässlichen Rahmen, in dem du deine Aufgaben kennst, deine Freizeit planen kannst und weißt, worauf du dich verlassen kannst.
Entscheidend ist deshalb nicht, ob deine Gastfamilie viele oder wenige Regeln hat, sondern ob ihr offen darüber sprechen könnt und eure Erwartungen zusammenpassen.
Nutze die Matchinggespräche, um gezielt nachzufragen, und nimm dir auch nach deiner Ankunft Zeit für regelmäßigen Austausch. So lassen sich kleine Missverständnisse oft klären, bevor daraus größere Konflikte entstehen.
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